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Bernhard Ficker, 10 Jahre

Krankheitsbild:
spastische Zerebralparese nach Tuberkulose-Impfung

Petra Ficker, Mutter von Bernhard, schreibt:

Bernhard ist in der Feinmotorik eingeschränkt, läuft rechts auf starkem Spitzfuß. Er benutzt fast ausschließlich die linke Hand, setzt die rechte nur im Notfall ein. Bernhard speichelt ständig und kann nur einzelne Laute und Buchstabenverbindungen wie ja, ein, mama, eia, a, e, i, o, u sagen. Er ist von normaler Intelligenz, kann sich jedoch nicht immer voll konzentrieren.

Meine Erwartungen vor der Delphin-Therapie:
Da ich mit Bernhard schon seit 9 Jahren verschiedene Therapien ausprobiert habe, bin ich neuen Therapieformen gegenüber eher etwas skeptisch. Man hört nur von jenen Fällen, wo der Heilungserfolg am deutlichsten ist. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass meine Erwartungen nicht allzu groß waren.

Ich hatte so viel Vertrauen zu sagen, dass es Bernhard wieder ein bisschen weiterhilft, was und wie viel genau, da wollte ich mich nicht festlegen, außer, dass er vielleicht danach sein ständiges Speicheln besser kontrollieren kann.

Was wurde während der Therapie besser?

Ganz gravierend war die Verbesserung des Bewegungsapparates. Die Spitzfußhaltung verschwand innerhalb von ein paar Tagen. Bernhard hat ganz spontan ohne Aufforderung die rechte Hand eingesetzt. Sein Lautieren wurde besser, und an manchen Tagen hatte ich den Eindruck, dass das ewige Speicheln etwas nachlassen würde.

Welche Therapieerfolge haben wir noch nach 8 Wochen?

Bernhards Feinmotorik, speziell die rechte Hand, hat sich, seitdem wir zu Hause sind, nicht verschlechtert. Er setzt sie weiterhin zu kleinen Hilfestellungen ein. Ebenso hat tatsächlich das Speicheln nachgelassen. Früher waren am Tag mindestens 3 Sabberlätzchen nötig, um das Kind trocken zu halten. Heute haben wir Tage (nicht jeder Tag ist gleich), da reicht uns ein Nikki-Tuch. Bernhard registriert auch, dass er schlucken kann, und fordert von sich aus nur ein Umhängetuch, wenn er einen guten Tag hat.

Was er leider ganz verloren hat, womit ich aber schon in Florida gerechnet habe, ist das Laufen rechts auf dem ganzen Fuß. Vielleicht ist es Bernhard aber jetzt durch die Krankengymnastik möglich, die Spitzfußhaltung ganz zu verlieren. Wir arbeiten auf jeden Fall daran.

Meine Meinung zur Wiederholung der Therapie:

Vor einem halben Jahr habe ich gesagt: Ich werde es mir einmal anschauen und dann abwarten. Heute, muss ich ganz ehrlich sein, will ich wieder zur Therapie. Weil es meinem Kind wirklich einen erheblichen Schub nach vorne gegeben hat. Mehr Gewicht lege ich persönlich auf den Umgang mit dem Delphin als auf die Übungen, die mit den Kindern auf dem Trockendock gemacht werden.

Problematisch ist nur die Finanzierung dieses Wunsches, da sich leider Krankenkassen und das Sozial- und Jugendamt immer noch um einen Zuschuss für diese wirkungsvolle Therapie drücken.

Was hat dolphin aid e.V. für uns getan?

dolphin aid hat für uns alle Reservierungen (Hotel, Therapie, Flug) getätigt. Durch dolphin aid kamen mein Sohn und ich in den Genuss der Freiflüge von der LTU. Durch den Verein war die Therapie $ 100 pro Woche billiger. Wir wurden mit dem "dolphin aid-Auto" zur Therapie abgeholt und danach wieder ins Hotel gefahren.

Doch das Finanzielle ist eigentlich nicht alles. dolphin aid sorgte auch vor Ort für uns. Wir hatten 3 "Super-Betreuer" dabei, die sich um unsere Kinder bei der Therapie und auch nach der Therapie in einer ganz liebevollen Weise gekümmert haben. Auch uns Eltern standen sie mit Rat und Tat zur Seite.

Nicht nur Fragen, die sich um die Therapie drehten, auch zwischenmenschliche Unterstützung bekamen wir von den dreien, und das ist mindestens genauso wichtig wie ein straff organisierter Ablauf.
Daher muss ich heute ganz unumwunden sagen: Ich will wieder nach Florida, und ich komme auch wieder rüber. Nur, wenn es so weit ist, hoffe ich, dass mich dolphin aid wieder mitnehmen wird.